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Einzelansicht: Interessante Entwicklungen aus Rechtsprechung, Gesetzgebung und Politik!

Sammelklage(n) - Fiasko

Was bringt mir die Sammelklage, wenn der Inkassodienst schlappt macht, bevor es so richtig los geht?

Sammeklage

Sammelklagenfiasko!

Was macht die Financialright GmbH?

Sind 2.800 Dieselkläger umsonst angetreten? Haben Sie ihren sichergeglaubten Schadensersatz bereits auf der Startlinie verloren? Das Landgericht Ingolstadt meint ja!

Die Käufer hatten ihre Ansprüche gegen VW und Audi an einem Inkassodienstleister abgetreten. Jetzt fällt dem Inkassodienst das eigene Geschäftsmodell auf die Füße. Sie hatten sich nämlich auch den Abschluss eines Vergleichs vorbehalten. Sollte der Rechtsstreit, wie in solchen Fällen nicht unüblich durch einen Vergleich erledigt werden, verdient das Inkassounternehmen von Gesetzes wegen eine zusätzliche Vergleichsgebühr. Und jetzt wird es interessant: Wenn ein Käufer den Vergleich widerruft, entfällt nicht nur die Vergleichsgebühr für das Inkassounternehmen, auch soll die sonst unentgeltliche Rechtsverfolgung vom Käufer bezahlt werden. Mit anderen Worten: Ein Vergleich ist für das Inkassounternehmern lukrativ und für den Käufer, der seine Rechte nicht hinreichend gewahrt sieht und demn Vergleich widersprechen möchte, wird ein zusätzliches Kostenrisiko auferlegt. Es liegt nicht fern, wenn das Landgericht angesichts dessen eine Interessenkollusion erkennt und die Abtretung für nichtig erachtet. Damit aber ist die Klage nicht wirksam erhoben worden. Ob deshalb sämtliche Ansprüche wegen eines zu erwartenden Verjährungseinwandes nicht mehr durchgesetzt werden können, bleibt abzuwarten. Sicherlich muss sich das Inkassounternehmen fragen lassen, ob es den Käufern zum Schadensersatz verpflichtet ist.

 

Zu LG Ingolstadt, Urt. v. 7.8.2020 – 41 O 1745/18